100 Jahre Grüne Woche

Von der lokalen Warenbörse zur Weltleitmesse

100 Jahre Grüne Woche: Eine Erfolgsgeschichte aus Berlin

Die Grüne Woche zählt zu den traditionsreichsten und bekanntesten Messen Deutschlands. Seit ihrer Gründung im Jahr 1926 hat sie sich von einer regionalen Warenbörse zur weltweit führenden Verbrauchermesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau entwickelt. Mit mehr als 104.800 Ausstellern aus 130 Ländern und über 34 Millionen Besucherinnen und Besuchern ist sie bis heute die besucherstärkste Messe Berlins und ein internationaler Treffpunkt für Branche, Politik und Gesellschaft.

Ursprünglich entstand die Grüne Woche aus einer Idee, Ordnung in den wachsenden „wilden Handel“ rund um landwirtschaftliche Tagungen in Berlin zu bringen. Was mit wenigen Hallen und rund 50.000 Besuchern begann, entwickelte sich rasch zu einer zentralen Plattform für Innovationen aus Wissenschaft, Technik und Landwirtschaft. Bereits in den 1920er- und 1930er-Jahren wurden hier wegweisende Neuerungen präsentiert – vom mechanisierten Schlepper bis zu neuen Züchtungen und technischen Verfahren.

Die Geschichte der Grünen Woche spiegelt zugleich die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche Deutschlands wider. Während der NS-Zeit wurde die Messe vollständig für propagandistische Zwecke instrumentalisiert, bevor der Zweite Weltkrieg das Ausstellungswesen zum Erliegen brachte. Der Neuanfang gelang 1948 unter schwierigen Bedingungen in der geteilten Stadt Berlin – mit großer symbolischer Kraft und enormer Resonanz beim Publikum.

In den Jahrzehnten nach dem Krieg wuchs die Messe kontinuierlich. Internationale Aussteller prägten zunehmend das Bild, fachliche Schwerpunkte wurden ausgebaut und die Grüne Woche entwickelte sich zu einem wichtigen Forum für agrarpolitische Diskussionen. Auch nach dem Bau der Berliner Mauer behauptete sie ihre internationale Bedeutung. Spätestens mit der deutschen Wiedervereinigung begann eine neue Blütezeit, die durch zusätzliche Fachveranstaltungen, Produktmärkte und Sonderformate weiter verstärkt wurde.

Seit 2008 ist die Grüne Woche zudem eng mit dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) verbunden, das Berlin jährlich zum Treffpunkt führender Agrarministerinnen und -minister sowie internationaler Organisationen macht. Damit hat sich die Messe auch als politisches Spitzentreffen zu globalen Fragen der Ernährungssicherung etabliert.

Nach der pandemiebedingten Zäsur in den Jahren 2021 und 2022 feierte die Grüne Woche 2023 ein starkes Comeback als Live-Veranstaltung. Mit neuem Markenkonzept und dem Claim „The global hub for agribusiness“ positionierte sich die Messe ab 2024 noch deutlicher als internationale Dialog- und Innovationsplattform.

Mit der Grünen Woche 2026 steht nun ein besonderes Jubiläum bevor: 100 Jahre Grüne Woche. Die Jubiläumsausgabe verbindet die reiche Geschichte der Messe mit zukunftsorientierten Themen wie nachhaltiger Ernährung, ressourcenschonender Landwirtschaft und globalen Wertschöpfungskreisläufen – und unterstreicht damit ihren Anspruch, auch im zweiten Jahrhundert Impulsgeber für Agrarwirtschaft und Gesellschaft zu sein.

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