Wenn der Wassersport elektrisch wird.
Zum Auftakt der diesjährigen Boot und Fun Messe, stellte man sich die Frage, welche Leistung bekommt der Verbraucher für sein Geld mittlerweile. Solar oder Motor welche Vorteile überwiegen? Die Fragen der diesjährigen Boot and Fun Inwater 2026 wurden in keinem anderen Jahr so prägnant diskutiert.


Zwischen PS, Solarenergie und lautloser Performance
Was früher nach klassischem Motorboot, Benzingeruch und möglichst vielen PS klang, bekommt zunehmend eine neue Definition: leise, elektrisch, elegant und überraschend schnell. Die BOOT & FUN INWATER 2026 in Werder (Havel) zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Zukunft auf dem Wasser bereits heute aussieht.

Mehr als 150 Boote wurden vom 28. bis 30. August in der Marina Havelauen präsentiert – vom klassischen Motorboot über Segelyachten und Hausboote bis hin zu modernen Elektrobooten und sportlichen Performance-Modellen. Der besondere Reiz: Die Boote lagen nicht einfach in einer Messehalle, sondern dort, wo sie hingehören – direkt am Wasser. Ausgewählte Modelle konnten auf dem Großen Zernsee sogar Probe gefahren werden.


Motor oder Solar – was passt besser zum modernen Lifestyle?
Der Klassiker ist noch lange nicht verschwunden. Leistungsstarke Motorboote gehören weiterhin zu den Publikumsmagneten. Bei der INWATER trafen traditionelle Antriebskonzepte auf eine neue Generation von Wasserfahrzeugen.
Auf der einen Seite: kraftvolle Verbrenner, Geschwindigkeit und der unverwechselbare Sound eines leistungsstarken Motors. Ein ausgestelltes Chris-Craft-Offshore-Rennboot brachte es beispielsweise auf rund 800 PS. Der Hydrolift X-26S erreichte mit 500 PS laut Veranstalter bis zu 107 km/h im Süßwasser.
Auf der anderen Seite: Elektroantriebe, Solarenergie und eine völlig andere Vorstellung von Luxus. Denn Luxus bedeutet auf dem Wasser längst nicht mehr nur Leistung. Luxus kann auch bedeuten, fast lautlos über einen See zu gleiten.

Besonders spannend sind dabei solarunterstützte Konzepte. Die Voyager 900e verbindet Elektroantrieb mit Photovoltaik und zeigt, wohin die Entwicklung gehen kann: Energie wird nicht nur an der Ladestation aufgenommen, sondern teilweise direkt an Bord gewonnen.
Elektro-Jetski: Wassersport bekommt einen neuen Sound
Dass Elektromobilität auf dem Wasser nicht zwangsläufig gemächlich sein muss, beweist ein anderes Highlight: der vollelektrische JetSki Orca von Taiga Motors.
Das Konzept verbindet das unmittelbare Fahrerlebnis eines Jetskis mit elektrischem Antrieb. Damit wird Elektromobilität auch für eine Zielgruppe interessant, die weniger an gemütlichen Ausflugsfahrten und mehr an Action interessiert ist.
Die Botschaft der INWATER ist damit ziemlich eindeutig: Elektrisch heißt nicht automatisch langsam.
Elektroyachten: lautloser Luxus
Noch deutlicher wird der Wandel bei den Elektroyachten. Hersteller wie Marian zeigen, wie sich Design, Performance und elektrischer Antrieb miteinander verbinden lassen.
Die österreichische Marke Marian Boats positioniert ihre Elektroboote ausdrücklich im Premiumsegment. Zum Programm gehören unter anderem die M 800, die Laguna 760, die Capriole 700 und das sportliche EVO 700.
Besonders interessant ist die Verbindung von Luxus und Nachhaltigkeit: Hochwertige Materialien, elegantes Design und dynamische Fahreigenschaften sollen nicht gegen einen modernen Antrieb ausgespielt werden, sondern mit ihm zusammen funktionieren.
Marian EVO 700: Elektro kann Sport
Eine der spannendsten Neuheiten der INWATER 2026 war die Marian EVO 700, die in Werder ihre Deutschlandpremiere feierte.
Das vollelektrische Boot ist nicht als gemütlicher Elektro-Cruiser konzipiert, sondern für sportliche Einsätze wie Wakeboarden und Wakesurfen. Je nach Ausführung sind bis zu 220 kW Leistung und eine Batteriekapazität von knapp 127 kWh möglich.
Damit verändert sich auch das Bild vom Elektroboot. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, möglichst emissionsarm von A nach B zu kommen. Es geht um Performance, Lifestyle und Emotion.
Und genau hier wird es für ein modernes Publikum interessant: Das Elektroboot möchte nicht die vernünftige Alternative zum Motorboot sein. Es möchte die attraktivere Alternative werden.
Marian Boats und der Starnberger See
Dass Marian mit seinen Elektrobooten nicht nur auf Messen präsent ist, zeigt auch der Blick an den Starnberger See. Dort wurden 2026 Marian-Boote und insbesondere das EVO 700 als Teil einer neuen elektrischen Wassersporterfahrung präsentiert. Marian selbst kündigte im Frühjahr 2026 Marian Days am Starnberger See an.
Der Starnberger See wird damit zu einer passenden Bühne für diese Entwicklung: elegante Boote, klares Wasser, hohe Ansprüche an Design – und möglichst wenig Geräuschkulisse.
Die neue Freiheit auf dem Wasser
Vielleicht liegt genau darin die größte Veränderung. Das Boot der Zukunft muss nicht zwangsläufig größer, schneller und stärker sein.




Es darf leiser sein.
Es darf Energie anders nutzen.
Es darf sportlich sein, ohne nach klassischem Motorboot zu klingen.
Und es darf Luxus neu definieren.
Die BOOT & FUN INWATER 2026 hat gezeigt, dass traditionelle Motorboote und elektrische Konzepte derzeit noch nebeneinander existieren. Doch der direkte Vergleich macht deutlich: Während der Verbrenner weiterhin mit Sound, Leistung und Geschwindigkeit punktet, setzen Elektro- und Solarkonzepte auf Effizienz, Ruhe, Design und neue Formen des Wassersports.
Vielleicht ist das die spannendste Erkenntnis dieser Saison: Die Zukunft des Wassersports fährt nicht ausschließlich mit mehr PS. Sie fährt zunehmend elektrisch.
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